review

Mary J. Blige - Stronger With Each Tear [REVIEW]

Geffen (Universal)

VÖ: 18.12.2009
Ganzes AugeGanzes AugeGanzes AugeLeeres AugeLeeres Auge

1. Tonight
2. The One (feat. Drake)
3. Said and Done
4. Good Love (feat. T.I.)
5. I Feel Good
6. I Am
7. Each Tear
8. I Love U (Yes I Du)
9. We Got Hood Love (feat. Trey Songz)
10. Kitchen
11. In The Morning
12. I See In Color

Pünktlich zum Release Ihres neunten Album „Stronger With Each Tear“ ist Mary J. Blige, die selbsternannte „Königin des Pop & Souls“, wieder in den Schlagzeilen. Musikalisch aber konnte das Vorgängeralbum „Growing Pains“ nur bedingt überzeugen. Da sie aber mit ihrem Gesang noch immer einen Großteil der Konkurrenz mit Leichtigkeit übertrifft, ist man doch jedes mal wieder gespannt, was Frau Blige abliefert.

Fast wie befürchtet beginnt auch „Stronger With Each Tear“ wieder mit den üblichen RnB + HipHop-Combos. Wer nun auch Mary von ihrem „Swagger“ singen bzw. x-beliebige MCs über „Hustle“ rappen hören will, der ist hier richtig – viel hängen bleibt aber nicht, der Sound ist einfach zu sehr im Mainstream, um da eigene Akzente zu setzen. Der große Vorteil von Frau Blige gegenüber der Konkurrenz, ihre Stimme, kommt vor lauter Effekten nicht zum tragen. Für die Sängerin, die einst mit Method Man einen der besten Songs dieser Art überhaupt aufgenommen hat, ist das zu wenig.

Mit „I Feel Good“ gibt es dann aber den ersten richtig guten Song zu hören. Über einer stimmungsvollen Klavierbegleitung gibt es einen Song für die frühen Morgenstunde nach einer langen Nacht. Auch die folgenden Songs können durchaus gefallen, selbst bei „We Got Hood Love“ macht Mary J. Blige den schwachen Auftritt von Trey Songz wieder gut. Mit Old-School-Soul sorgt „Kitchen“ für einen interessanten Gegensatz zu den die erste Hälfte dominierenden Synthies. Der gesanglich interessanteste Song ist jedoch „I See In Color“, eine eigentlich RnB-typische extrem langsame Ballade, die voll und ganz um die Protagonistin gebaut ist, die diesen dann auch ausfüllen kann.

Wie üblich endet das Album dann aber auch mit dem langsamsten Song und es verbleibt ein etwas zwiespältiges Gefühl, denn im Grunde ließe sich hier auf das Fazit von „Growing Pains“ verweisen. Vielleicht sind die Erwartungen auch zu hoch, aber wer sich selbst als „Königin des Pop & Souls“, der muss sich dann auch daran messen lassen.

 -- Lars Stintzing

 
     
 

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