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Nazz - Soul [REVIEW]Rubin Music / Flavamatic / Rough TradeVÖ: 07.11.2008
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Tracklisting
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Die 1979 in Siegen geborene Nazz - mit bürgerlichen Namen Natascha Zowierucha - hat dieser Tage ihr Solo-Debut, mit dem simplen aber kraftvollen Namen "Soul" betitelt, über Rubin Music veröffentlicht. Angefangen hat alles zu Beginn der 90er Jahre mit dem Schreiben von Lyrics bevor sie 1995/ 1996 in verschiedenen Rapcrews intensiver ihre Raps auf deutsch zum Besten gegeben hat. Nach etlichen Jams, Open Mic Sessions und dem Gewinn des MRD Freestyle Battles in Dortmund kommt erstmals überregionales Interesse auf. Die erste Veröffentlichung ist auf der Deck 8 Compilation "Ladies first" zu hören. Nach der Geburt ihrer Tochter verspührt sie erneut den Drang an neuer Musik zu arbeiten und zusammen mit Tide erscheint 2005 "Rubin" - eine Art Best-Of Sampler - zudem wird ein Song der Beiden auf dem "Momentaufnahmen 3" Mixtape von Roey Marquis II veröffentlicht. Seit Ende 2005 steht fest, dass sie ein Soloalbum produzieren möchte und somit sind wir im Heute angekommen, denn der Longplayer ist nun erhältlich und bereit von den Headz gehört zu werden. Schon mit dem ersten Song ("Soul") des Albums wird klar, dass hier eine Künstlerin am Mikrofon steht, die sich nicht hinter irgendwelchen Marketing-strategischen Images versteckt und sich als Jemand präsentiert, die sie nicht ist. Neben dem darauf folgenden Track "N.A.Z.Z.", welcher Sinuhe in der Hook featured, gleichzeitig den einzigen Battle-/ Representer-Song darstellt, wird inhaltlich eine große Vielfalt geboten, wobei man als Hörer an ihrer Gedanken- und Gefühlswelt teilnehmen darf. Es werden etliche Bilder und Metaphern verwendet, die aufzeigen, dass die Lyrics wohl durchdacht und nicht mit banalen Inhalten gefüllt worden sind. Nachzuhören in Tracks wie zum Beispiel "Wenn ich seh" - ein kritischer Blick auf das Weltgeschehen, der daraus resultierende Hass auf selbige und das sich selbst in Frage stellen, da man nichts dagegen unternimmt, "Nix is'" - der etwas andere 'Kopf hoch'-Song, "Irgendwie absurd" - ein Storyteller par excellence, der eine sozialkritische Kurzgeschichte erzählt unter Verwendung einer Kette von Personen - ähnlich wie es der mexikanische Filmemacher Inarritu in seiner Episodenfilm-Trilogie ("Amores Perros", "21 Gramm" & "Babel") getan hat - nur eben kleiner, etwas anders und nicht in dieser epischen Breite. Neben den eben genannten Songs gibt es natürlich noch etliche mehr, die Persönliches, Kritisches und Tiefsinniges zum Inhalt haben. Dies spiegelt sich auch im Sound des Albums wieder, welcher durch eine eher düster-melancholische Atmosphäre besticht, die das Hörvergnügen dennoch nicht schmälert und somit sehr homogen wirken lässt. In der Mitte des Lonplayers gibt es dann auch noch einen Lichtblick, wenn ein Loblied auf den Sommer vorgetragen wird ("Sweet day"). Mit dem vorletzten Song "Fick drauf" feat. Tide wird uns eine Abrechnung mit der heutigen Rapmusik in Deutschland (den vorherrschenden Inhalten, Images und Gangsterklischees) präsentiert. Als Gäste sind Donato, Lou, Sinuhe, Soundbwoy Boogie, Daez und Tide mit an Bord. Für den Großteil der Produktionen zeichnen sich Ill-Luzion, Truestatiks sowie Lionbeat verantwortlich. Auch wenn die Raps von Nazz keine Neuerfindung in Technik und Stil sind, präsentiert sich dieses Album als ein echtes und von den Headz unbedingt zu beachtendes Werk, welches Nazz als Künstlerin weit nach vorn bringen kann und es hoffentlich auch wird. Wer ihr Gehör schenkt wird dies mit Sicherheit nicht bereuen. -- djc |








