Er nennt sich selber „King of Darkness“ und ist als solcher verständlicherweise kaum für sanfte Töne zu haben: US-Rapper Tech N9ne. Der unter dem Namen Aaron Dontez Yates in Kansas City geborene Musiker veröffentlich bereits sein zweites Album 2009 und ist diesmal komplett auf der Konzeptschiene gelandet. „Anger“, „Madness“ und „The Hole“ sind die drei Kapitel seines 23 Track starken neuen Werkes betitelt, mindestens genau so bedrohlich und verbissen präsentieren sich der König und seine zahlreichen Handlanger. Die Synthesizer bollern kraftvoll durch die Boxen, während Tech N9ne seine inneren Dämonen und Schmerzen thematisiert. Bereits der Opener „Show me a god“ ist ein amtlicher, druckvoller Einstieg und auch der weitere Albumverlauf zeigt einen gut aufgelegten Tech N9ne, der auf abwechslungsreichen, meist von Synthesizern dominierten Beats seine gute Form immer wieder bestätigt. „B. Boy“ ist zudem nicht nur ein gelungenes Stück einer fünf-Mann-Kollabo, sondern hat auch noch einen hochgradig brennenden Bumpy Knuckles aka Freddie Foxx zu bieten (was hat der eigentlich in den letzten Jahren gemacht?) und „Leave me alone“ funktioniert sogar mit einer gesungenen Hook und hektischen Elektro-Sounds. Nicht jeder der 23 vorliegenden Tracks zündet, wie man vielleicht gehofft hätte. Dafür aber gelingt es Tech N9ne, die konzeptionell gewünschte dunkle Atmosphäre auf Albumlänge konsequent durchzuziehen und sogar noch einige richtig gute Songs und erinnerungswürdige Performances hinzulegen. Auch bemerkenswert: der liebevoll ausgearbeitete Pappschuber mit eingeprägten und hochglanzveredelten Krähen.
-- Steffen Rieger
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